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Berlin ist voller Geschichte – und manche Orte erzählen sie besonders eindrucksvoll, gerade weil sie verlassen, verborgen oder kaum zugänglich sind. In der Galileo-Doku von ProSieben begibt sich Reporter Jan Schmitz auf Spurensuche und erkundet geheimnisvolle Lost Places in Berlin und Umgebung.
Die Dokumentation führt tief hinein in vergessene Räume, unterirdische Gänge und historische Anlagen. Dabei geht es nicht nur um verlassene Gebäude, sondern auch um die Geschichten, die sich hinter diesen Orten verbergen: Krieg, Macht, Alltag, Kontrolle und Erinnerung.
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Sendung: Lost Places: Verlorene Orte in Berlin | Galileo | ProSieben
Erstausstrahlung: 23.01.2017 auf ProSieben
Die Reise beginnt am stillgelegten Flughafen Tempelhof. Wo früher Flugzeuge starteten und landeten, ist heute eine riesige Freifläche für Spaziergänge, Sport und Erholung entstanden. Doch unter dem monumentalen Hauptgebäude verbirgt sich ein beeindruckendes unterirdisches Labyrinth.
Reporter Jan Schmitz trifft sich mit Stefan Kniestedt, einem Experten für Tempelhof, und erkundet verborgene Bereiche des Flughafens. Der Bau aus den 1930er-Jahren sollte unter den Nationalsozialisten zur gewaltigen Drehscheibe der europäischen Luftfahrt werden.
Unter dem Hauptgebäude liegen mehrere tiefe Geschosse und kilometerlange Gänge, von denen bis heute nicht alle vollständig erschlossen sind. Die Tour führt unter anderem in Luftschutzbereiche, die während des Zweiten Weltkriegs genutzt wurden. Was einst als geschützter Raum geplant war, wurde in den letzten Kriegsjahren zum Ort des Überlebenskampfes.
Ein besonders eindrucksvolles Relikt ist der Schienentunnel unter dem Flughafen. Während des Krieges wurden hier unter anderem Flugzeuge für die Rüstungsindustrie gefertigt. Tausende Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus besetzten Ländern mussten unter schwersten Bedingungen arbeiten.
Nach dem Krieg übernahmen die Alliierten den Flughafen Tempelhof. Während der Berliner Blockade wurde er weltberühmt: Die sogenannten Rosinenbomber versorgten West-Berlin aus der Luft. Später nutzten die Amerikaner Teile der Anlage auch als Kommandozentrale und für militärische Zwecke.
Zu den geheimnisvollsten Bereichen Tempelhofs zählt ein ehemaliges Filmarchiv. Dort wurden bis 1945 Bilder und Filme aufbewahrt, die für militärische Planungen genutzt wurden. Als die Alliierten den Flughafen einnahmen, wurde der Zugang zum Archiv gewaltsam geöffnet. Dabei geriet der Bestand in Brand.
Viele Dokumente und Filme wurden zerstört. Geblieben ist ein faszinierendes unterirdisches Labyrinth, das bis heute von der wechselvollen Geschichte des Flughafens erzählt.
Eine weitere Station der Doku führt in ein verlassenes Luxuskrankenhaus aus DDR-Zeiten. Dieses Krankenhaus war nicht für die breite Bevölkerung gedacht, sondern den obersten Führungskreisen der DDR vorbehalten.
Der Fotograf Andreas Böttger, spezialisiert auf verlassene Gebäude, führt durch die beeindruckenden Räume. Das Krankenhaus wurde 1976 eröffnet und bot einen Komfort, der weit über dem damaligen Standard lag. Zu sehen sind unter anderem besondere Behandlungszimmer und eine Suite, die für Staatschef Erich Honecker vorgesehen war.
Die letzte Station führt zum Olympischen Dorf von 1936. Während der Sommerspiele wohnten und trainierten hier internationale Spitzensportler. Doch hinter der sportlichen Fassade steckte von Anfang an auch eine militärische Planung.
Jan Schmitz zeigt, wie das Gelände nach den Spielen weitergenutzt wurde und welche Rolle es in der deutschen Geschichte spielte. Heute ist das Olympische Dorf ein faszinierendes Relikt, in dem Sportgeschichte, Architektur und Militärgeschichte aufeinandertreffen.
Lost Places faszinieren, weil sie Vergangenheit sichtbar machen. Gerade in Berlin erzählen verlassene Orte oft von politischen Brüchen, verschwundenen Systemen und einer Stadt, die sich immer wieder neu erfindet.
Die Galileo-Doku zeigt eindrucksvoll, dass Geschichte nicht nur in Museen steckt. Manchmal liegt sie direkt unter unseren Füßen, hinter verschlossenen Türen oder in Gebäuden, an denen man im Alltag achtlos vorbeigeht.
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