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Berlin ist laut, bunt, manchmal rau – und genauso vielfältig ist auch seine Küche. Wer bei Berliner Spezialitäten ausschließlich an Currywurst denkt, verpasst einen großen Teil dessen, was die Hauptstadt kulinarisch ausmacht. Denn die Berliner Küche ist über Jahrhunderte gewachsen und wurde von Menschen aus ganz Europa und später aus der ganzen Welt geprägt.
Preußische Hausmannskost trifft auf schlesische, böhmische und französische Einflüsse. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen Gerichte aus Ost und West hinzu. Heute prägen internationale Küchen aus der Türkei, dem Nahen Osten, Italien, Vietnam oder Korea das Stadtbild ebenso selbstverständlich wie traditionelle Berliner Gaststätten.
Gerade diese Mischung macht Berlin zu einer der spannendsten Genussmetropolen Europas. Tradition und Moderne stehen hier nicht im Widerspruch – sie ergänzen sich. Eine klassische Bulette gibt es heute genauso wie einen ausgezeichneten Döner Kebab oder moderne Interpretationen der Berliner Kartoffelsuppe.
In unserer Reihe „So schmeckt Berlin“ möchten wir Dir die bekanntesten Berliner Gerichte vorstellen. Dabei erfährst Du nicht nur ihre Geschichte, sondern bekommst auch einfache Rezepte zum Nachkochen – teilweise klassisch, teilweise modern interpretiert.
Mach Dich bereit für eine kulinarische Reise durch die Hauptstadt.
Die Berliner Küche entstand nicht über Nacht. Anders als viele regionale Küchen Deutschlands entwickelte sie sich aus den unterschiedlichsten Einflüssen.
Bereits im 18. Jahrhundert kamen Hugenotten aus Frankreich nach Berlin und brachten neue Kochtechniken sowie feine Backwaren mit. Schlesier, Böhmen, Pommern und Ostpreußen ergänzten die Küche um kräftige Fleischgerichte, Eintöpfe und Kartoffelspezialitäten.
Mit der Industrialisierung wurde Berlin zur Millionenstadt. Arbeiter aus allen Teilen Deutschlands zogen in die Hauptstadt und brachten ihre Lieblingsgerichte mit. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelten sich Ost- und West-Berlin kulinarisch unterschiedlich weiter. Während im Osten eher einfache Hausmannskost dominierte, entstand im Westen eine internationale Gastronomieszene.
Seit den 1970er-Jahren prägen Einwanderer aus der Türkei, Italien, Griechenland, Vietnam und vielen weiteren Ländern die Berliner Esskultur. Dadurch entwickelte sich Berlin zu einer Stadt, in der Tradition und Internationalität ganz selbstverständlich nebeneinander existieren.
Heute ist genau diese Vielfalt das eigentliche Markenzeichen der Berliner Küche.
Kaum ein Gericht wird so sehr mit Berlin verbunden wie die Currywurst.
Als ihre Erfinderin gilt Herta Heuwer, die im Jahr 1949 in Berlin-Charlottenburg eine Sauce aus Tomatenmark, Currypulver und weiteren Gewürzen entwickelte. Zusammen mit einer gebratenen Brühwurst entstand daraus eines der bekanntesten deutschen Streetfood-Gerichte.
Ob die Currywurst tatsächlich ausschließlich in Berlin erfunden wurde, wird zwar bis heute diskutiert – unbestritten ist jedoch, dass sie hier ihren weltweiten Siegeszug begann.
Heute werden allein in Berlin jedes Jahr viele Millionen Currywürste verkauft.
Die Currywurst steht wie kaum ein anderes Gericht für Berlin.
Sie ist unkompliziert, ehrlich und schmeckt zu jeder Tageszeit – nach dem Fußballspiel, in der Mittagspause oder nachts nach einem Konzert.
Jeder Berliner hat seinen Lieblingsimbiss, und fast jeder behauptet, dort gebe es die beste Currywurst der Stadt.
4 Brühwürste oder Currywürste
500 ml Currysauce
2 EL Currypulver
1 TL geräuchertes Paprikapulver
1 TL Honig
1 TL Worcestersauce
etwas Chili
Salz
Pfeffer
Die Würste langsam goldbraun braten oder grillen.
Währenddessen die Currysauce erhitzen. Currypulver, Paprika, Honig, Worcestersauce und etwas Chili einrühren und einige Minuten köcheln lassen.
Die Würste in mundgerechte Stücke schneiden, mit der heißen Sauce übergießen und großzügig mit Currypulver bestreuen.
Dazu passen knusprige Pommes frites oder eine frische Schrippe.
Wer die Sauce selbst zubereitet, kann ihr mit geräucherter Paprika, etwas Espresso oder einem Schuss Berliner Bier eine ganz eigene Note verleihen.
Obwohl der Döner ursprünglich seine Wurzeln in der türkischen Küche hat, gehört seine moderne Erfolgsgeschichte untrennbar zu Berlin.
Seit den 1970er-Jahren entwickelte sich der Döner Kebab in der Hauptstadt vom Imbissgericht für türkische Gastarbeiter zu einem internationalen Klassiker. Besonders die Idee, gegrilltes Fleisch zusammen mit Salat und Sauce in einem aufgeschnittenen Fladenbrot zu servieren, wurde in Berlin populär und verbreitete sich von hier aus in viele Länder Europas.
Heute gibt es in Berlin weit über tausend Dönerläden – vom kleinen Familienbetrieb bis zur modernen Gourmet-Version.
Der Döner ist längst mehr als Fast Food.
Er steht für das weltoffene Berlin und zeigt, wie unterschiedliche Kulturen gemeinsam etwas Neues schaffen können.
Für viele Berliner gehört ein guter Döner genauso selbstverständlich zur Hauptstadt wie Currywurst oder Bulette.
4 Fladenbrote
600 g Hähnchen- oder Kalbfleisch
½ Eisbergsalat
200 g Rotkohl
200 g Weißkohl
2 Tomaten
½ Salatgurke
1 rote Zwiebel
200 g Joghurt
2 EL Mayonnaise
2 Knoblauchzehen
Salz
Pfeffer
Zitronensaft
Das Fleisch kräftig würzen und scharf anbraten oder grillen.
Für die Sauce Joghurt, Mayonnaise, Knoblauch und Zitronensaft verrühren.
Die Fladenbrote kurz aufbacken, anschließend mit Salat, Rotkohl, Weißkohl, Tomaten und Gurken füllen.
Zum Schluss das Fleisch darauf verteilen und mit Knoblauch- oder Kräutersauce servieren.
Probier den Döner einmal mit gegrilltem Halloumi, Falafel oder mariniertem Gemüse – auch vegetarische Varianten gehören heute selbstverständlich zu Berlins Streetfood-Kultur.
Die Bulette gehört zu den ältesten Berliner Gerichten überhaupt.
Bereits im 19. Jahrhundert war sie fester Bestandteil der Berliner Alltagsküche. Ihren Namen verdankt sie vermutlich dem französischen Wort boulette, das so viel wie „kleine Kugel“ bedeutet.
Während man in anderen Regionen Deutschlands Frikadelle oder Fleischpflanzerl sagt, heißt sie in Berlin bis heute ganz selbstverständlich Bulette.
Weil sie unkompliziert, günstig und unglaublich vielseitig ist.
Ob warm mit Kartoffelsalat, kalt auf einer Schrippe oder beim Picknick im Volkspark – eine gute Bulette schmeckt eigentlich immer.
500 g gemischtes Hackfleisch
1 altbackene Schrippe
1 Ei
1 große Zwiebel
2 TL Senf
Petersilie
Salz
Pfeffer
Butter oder Butterschmalz
Die Schrippe in Wasser einweichen und gut ausdrücken.
Mit Hackfleisch, Ei, fein gehackter Zwiebel, Senf und Petersilie vermengen.
Mit Salz und Pfeffer kräftig würzen.
Flache Buletten formen und bei mittlerer Hitze langsam goldbraun braten.
Außen sollen sie schön knusprig werden, innen saftig bleiben.
Traditionell wird die Bulette mit Kartoffelsalat, Gewürzgurken und mittelscharfem Senf serviert.
Ebenso beliebt ist sie kalt zwischen zwei Hälften einer frischen Berliner Schrippe – ein echter Klassiker für unterwegs.
Im nächsten Teil geht es weiter mit vier weiteren Berliner Klassikern:
Eisbein
Berliner Kartoffelsuppe
Kasseler mit Sauerkraut
Leber Berliner Art
Du wirst sehen: Berliner Küche kann deutlich vielseitiger sein, als ihr Ruf vermuten lässt.
Im ersten Teil unserer kulinarischen Reise haben wir die Geschichte der Berliner Küche kennengelernt und uns drei echte Klassiker angesehen: Currywurst, Döner Kebab und Bulette.
Jetzt wird es traditionell. Diese Gerichte standen früher in vielen Berliner Familien regelmäßig auf dem Speiseplan und sind bis heute fester Bestandteil der regionalen Küche. Sie zeigen, wie bodenständig, herzhaft und gleichzeitig überraschend vielseitig Berliner Hausmannskost sein kann.
Kaum ein Gericht wird so eng mit der klassischen Berliner Küche verbunden wie das Eisbein. Bereits im 19. Jahrhundert gehörte es in den Gasthäusern der Hauptstadt zu den beliebtesten Speisen. Besonders Arbeiter schätzten das Gericht, weil es sättigend, preiswert und lange haltbar war.
Der Name „Eisbein“ hat übrigens nichts mit Eis oder Kälte zu tun. Vermutlich stammt er aus einer Zeit, als Knochen vom Schwein zur Herstellung von Schlittschuhkufen verwendet wurden.
Heute gehört das Eisbein zu den bekanntesten Berliner Traditionsgerichten.
Das gepökelte Schweinshaxenstück steht wie kaum ein anderes Gericht für die deftige Berliner Küche. Es wird traditionell gekocht und nicht – wie beispielsweise in Bayern – knusprig gebraten.
Gerade diese saftige Zubereitung macht den Berliner Klassiker so besonders.
2 gepökelte Eisbeine
2 Zwiebeln
2 Lorbeerblätter
10 Pfefferkörner
3 Wacholderbeeren
2 Liter Wasser
800 g Sauerkraut
1 kg mehligkochende Kartoffeln
Butter
Milch
Muskat
grober Senf
Die Eisbeine gründlich abspülen und mit Wasser, Zwiebeln, Lorbeer, Pfeffer und Wacholder etwa zweieinhalb Stunden langsam köcheln lassen.
Inzwischen das Sauerkraut erhitzen.
Kartoffeln kochen und mit Butter, Milch und Muskat zu einem cremigen Kartoffelpüree verarbeiten.
Das Eisbein mit Sauerkraut, Kartoffelpüree und grobem Senf servieren.
Gezupftes Eisbein schmeckt hervorragend auf Kartoffelstampf mit karamellisierten Zwiebeln und Senfsauce.
Die Kartoffelsuppe gehört seit Generationen zur Berliner Alltagsküche. Gerade in den Wintermonaten war sie ein beliebtes Familienessen, denn Kartoffeln waren preiswert, sättigend und überall verfügbar.
Je nach Familie wurde die Suppe mit Würstchen, Speck oder einfach nur mit frischem Majoran serviert.
Bis heute zählt sie zu den beliebtesten Berliner Hausmannsgerichten.
Sie ist unkompliziert, wärmt an kalten Tagen und lässt sich wunderbar vorbereiten.
Außerdem schmeckt sie am nächsten Tag oft sogar noch besser.
800 g Kartoffeln
2 Möhren
1 Stange Lauch
200 g Knollensellerie
1 Liter Gemüse- oder Fleischbrühe
150 ml Sahne
Majoran
Muskat
Salz
Pfeffer
Wiener Würstchen
geröstete Brotwürfel
Petersilie
Kartoffeln und Gemüse würfeln.
Mit Brühe etwa 30 Minuten weich kochen.
Anschließend fein pürieren.
Sahne einrühren und mit Majoran, Muskat, Salz und Pfeffer abschmecken.
Mit Petersilie bestreuen und nach Wunsch Würstchen oder Brotwürfel dazu servieren.
Ein Schuss Berliner Bier oder geröstete Haselnüsse verleihen der Suppe eine überraschend aromatische Note.
Kasseler gehört seit vielen Jahrzehnten zu den beliebtesten Fleischgerichten Berlins.
Das mild gepökelte Schweinefleisch harmoniert perfekt mit Sauerkraut und Kartoffeln. Gerade in den kalten Monaten war dieses Gericht in Berliner Familien äußerst beliebt.
Bis heute findet man Kasseler auf vielen Speisekarten traditioneller Berliner Gaststätten.
Das Gericht verbindet einfache Zutaten mit kräftigem Geschmack.
Es zeigt perfekt, worum es bei der Berliner Küche geht: ehrliche Hausmannskost ohne Schnickschnack.
4 Kasselerkoteletts
800 g Sauerkraut
1 Zwiebel
2 Äpfel
1 Lorbeerblatt
1 kg Salzkartoffeln
Sauerkraut mit Zwiebeln, Lorbeer und klein geschnittenen Äpfeln langsam schmoren.
Die Kasselerstücke in Brühe oder Wasser etwa 25 Minuten gar ziehen lassen.
Kartoffeln kochen.
Alles zusammen heiß servieren.
Gebratene Apfelspalten und ein Klecks grober Senf verleihen dem Klassiker eine fruchtige Frische.
Kalbs- oder Rinderleber gehörte früher selbstverständlich zur Berliner Küche.
Das Besondere an der Berliner Variante ist die Kombination aus gebratener Leber, süßlichen Äpfeln und geschmorten Zwiebeln.
Gerade dieser Kontrast macht das Gericht bis heute zu einem echten Klassiker.
Das Zusammenspiel aus würziger Leber, süßen Äpfeln und karamellisierten Zwiebeln sorgt für ein außergewöhnliches Geschmackserlebnis.
Wer das Gericht einmal frisch zubereitet probiert hat, versteht schnell, warum es seit Generationen beliebt ist.
600 g Kalbsleber
2 große Äpfel
3 Zwiebeln
Mehl
Butter
Salz
Pfeffer
etwas Zucker
Äpfel in Scheiben schneiden und in Butter goldbraun braten.
Zwiebeln langsam karamellisieren.
Die Leber leicht mehlieren und von beiden Seiten nur wenige Minuten scharf anbraten.
Mit Salz und Pfeffer würzen.
Zusammen mit den Äpfeln und Zwiebeln servieren.
Als Beilage passen Kartoffelpüree oder Bratkartoffeln.
Mit etwas frischem Thymian und Apfel-Balsamico erhält der Klassiker eine elegante, moderne Note.
Ob Eisbein, Kartoffelsuppe, Kasseler oder Leber Berliner Art – diese Gerichte zeigen, dass Berliner Küche weit mehr ist als Currywurst und Imbisskultur.
Sie erzählen von Familienrezepten, Gasthäusern, Markthallen und einer Stadt, in der gutes Essen schon immer zum Alltag gehörte. Viele Berliner Restaurants und Manufakturen greifen diese Klassiker heute wieder auf und interpretieren sie zeitgemäß, ohne ihren ursprünglichen Charakter zu verlieren.
Im nächsten Teil unserer Reihe widmen wir uns weiteren Berliner Spezialitäten:
Berliner Weiße
Schrippen
Berliner Pfannkuchen
Königsberger Klopse
Dabei geht es um süße Klassiker, traditionsreiche Backwaren und eines der bekanntesten Fleischgerichte der deutschen Küche, das in Berlin bis heute einen festen Platz auf vielen Speisekarten hat.
Nachdem wir im zweiten Teil die klassische Berliner Hausmannskost kennengelernt haben, geht es nun um Spezialitäten, die seit Generationen zum Alltag der Hauptstadt gehören. Manche sind weltberühmt, andere überraschen mit ihrer Geschichte – gemeinsam erzählen sie ein weiteres Kapitel der Berliner Esskultur.
Die Berliner Weiße gehört zu den ältesten Bierspezialitäten Deutschlands. Bereits im 17. Jahrhundert wurde das obergärige Weizenbier in Berlin gebraut und entwickelte sich schnell zum Lieblingsgetränk der Hauptstadt.
Im 19. Jahrhundert war die Berliner Weiße so beliebt, dass Napoleon sie als den „Champagner des Nordens“ bezeichnet haben soll. Damals existierten in Berlin noch zahlreiche Brauereien, die das leicht säuerliche Bier herstellten.
Heute erlebt die Berliner Weiße eine Renaissance. Neben den klassischen Varianten entstehen wieder viele handwerklich gebraute Interpretationen.
Kaum ein Getränk ist so eng mit Berlin verbunden. Traditionell wird sie mit einem Schuss Waldmeister- oder Himbeersirup serviert – in Berlin spricht man von „mit Grün“ oder „mit Rot“.
1 Flasche Berliner Weiße
2 cl Waldmeistersirup oder Himbeersirup
Eiswürfel (optional)
Den Sirup zuerst in ein Glas geben.
Anschließend die Berliner Weiße langsam eingießen.
Nach Belieben einige Eiswürfel hinzufügen und gut gekühlt servieren.
Auch frische Himbeeren, Minze, Holunderblütensirup oder Zitronenzeste harmonieren hervorragend mit Berliner Weiße und sorgen für sommerliche Frische.
Außerhalb Berlins bestellt man Brötchen – in Berlin kauft man Schrippen.
Die Berliner Schrippe gehört seit Jahrhunderten zum täglichen Frühstück. Bereits im 18. Jahrhundert war sie fester Bestandteil der Berliner Backkultur.
Außen knusprig, innen luftig – genau so muss eine echte Schrippe sein.
Weil sie unglaublich vielseitig sind.
Ob zum Frühstück, als Beilage zur Suppe oder klassisch mit Bulette – ohne Schrippen wäre Berlin kulinarisch kaum denkbar.
500 g Weizenmehl Type 550
300 ml lauwarmes Wasser
20 g frische Hefe
10 g Salz
1 TL Zucker
Hefe im Wasser auflösen.
Mit Mehl, Salz und Zucker zu einem glatten Teig verkneten.
Etwa eine Stunde gehen lassen.
Acht Schrippen formen und nochmals 30 Minuten ruhen lassen.
Im auf 230 °C vorgeheizten Backofen mit etwas Dampf etwa 20 Minuten goldbraun backen.
Frisch gebackene Schrippen schmecken besonders gut mit Butter, Leberwurst oder einer Berliner Bulette.
Was in vielen Regionen Deutschlands schlicht „Berliner“ heißt, nennt man in Berlin seit jeher Pfannkuchen.
Der mit Marmelade oder Pflaumenmus gefüllte Hefekrapfen gehört zu den beliebtesten Süßspeisen der Hauptstadt und darf besonders an Silvester und während der Karnevalszeit nicht fehlen.
Sie gehören zu jeder guten Berliner Bäckerei.
Außen goldbraun, innen luftig und mit einer fruchtigen Füllung versehen – so schmeckt Kindheit für viele Berlinerinnen und Berliner.
500 g Mehl
250 ml Milch
80 g Zucker
70 g Butter
2 Eier
25 g Hefe
Aprikosenmarmelade
Puderzucker
Pflanzenöl zum Ausbacken
Aus allen Zutaten einen Hefeteig herstellen.
Etwa eine Stunde gehen lassen.
Kleine Kugeln formen und nochmals ruhen lassen.
Im heißen Fett goldbraun ausbacken.
Nach dem Abkühlen mit Marmelade füllen und mit Puderzucker bestäuben.
Neben Aprikosenmarmelade schmecken auch Himbeere, Vanillecreme, Pistazie oder Salzkaramell hervorragend.
Obwohl die Königsberger Klopse ursprünglich aus Ostpreußen stammen, gehören sie seit Generationen zur Berliner Küche.
Nach dem Zweiten Weltkrieg brachten viele Vertriebene ihre Familienrezepte mit nach Berlin. Dadurch wurden die Klopse schnell zu einem festen Bestandteil der Berliner Hausmannskost.
Heute stehen sie auf den Speisekarten vieler Berliner Restaurants.
Die Berliner Küche war schon immer offen für Einflüsse anderer Regionen.
Gerichte wurden übernommen, angepasst und schließlich Teil der eigenen Esskultur. Genau deshalb gehören auch Königsberger Klopse heute für viele Berliner selbstverständlich dazu.
500 g gemischtes Hackfleisch
1 altbackene Schrippe
1 Ei
1 Zwiebel
Petersilie
Salz
Pfeffer
500 ml Brühe
200 ml Sahne
2 EL Butter
2 EL Mehl
2 EL Kapern
Zitronensaft
Hackfleisch, eingeweichte Schrippe, Ei und Gewürze vermengen.
Kleine Klopse formen.
In Brühe etwa 15 Minuten gar ziehen lassen.
Für die Sauce Butter schmelzen, Mehl einrühren und mit Brühe aufgießen.
Sahne und Kapern hinzufügen.
Mit Zitronensaft abschmecken.
Die Klopse zusammen mit Salzkartoffeln servieren.
Etwas Zitronenabrieb und frischer Dill verleihen der Sauce eine angenehm leichte Frische.
Die Berliner Küche besteht nicht nur aus deftiger Hausmannskost. Mit Berliner Weiße, Schrippen und Pfannkuchen zeigt sich auch ihre genussvolle und oft überraschend feine Seite.
Gleichzeitig beweisen Gerichte wie die Königsberger Klopse, wie offen Berlin schon immer für kulinarische Einflüsse war. Viele Spezialitäten stammen ursprünglich aus anderen Regionen – in Berlin wurden sie jedoch schnell heimisch und gehören heute ganz selbstverständlich zur Hauptstadt.
Im vierten und letzten Teil unserer Reihe erwarten Dich weitere Berliner Klassiker wie die Soljanka, Boulette mit Kartoffelsalat sowie ein Fazit darüber, warum die Berliner Küche heute vielfältiger ist als je zuvor.
Im letzten Teil unserer kulinarischen Reise widmen wir uns zwei weiteren Klassikern, die bis heute aus der Berliner Küche nicht wegzudenken sind. Außerdem werfen wir einen Blick darauf, warum Berlin heute zu den spannendsten Genussmetropolen Europas gehört und weshalb die Berliner Küche weit mehr zu bieten hat als ihr oftmals zugeschrieben wird.
Auch wenn die Soljanka ursprünglich aus Osteuropa stammt, wurde sie besonders in der DDR zu einem der beliebtesten Eintöpfe überhaupt. In Ost-Berlin stand sie auf den Speisekarten vieler Gaststätten, Betriebskantinen und Ausflugslokale.
Nach der Wiedervereinigung verschwand die Soljanka zunächst aus vielen Restaurants. Heute erlebt sie jedoch eine kleine Renaissance und gehört für viele Berlinerinnen und Berliner fest zur Erinnerung an die Küche der DDR.
Berlin war über vier Jahrzehnte eine geteilte Stadt. Dadurch entwickelten sich im Osten und Westen unterschiedliche Esskulturen.
Gerichte wie Soljanka erzählen bis heute von dieser Zeit und gehören inzwischen genauso zur Berliner Genussgeschichte wie Currywurst oder Eisbein.
300 g Jagdwurst oder Fleischwurst
200 g Kochschinken
2 Zwiebeln
2 Gewürzgurken
2 Paprikaschoten
500 ml passierte Tomaten
750 ml Fleischbrühe
2 EL Tomatenmark
Paprikapulver
Salz
Pfeffer
Lorbeerblatt
Zitronensaft
Schmand
Zitronenspalten
Petersilie
Die Wurst und den Schinken in Streifen schneiden.
Zwiebeln und Paprika würfeln und mit Tomatenmark anbraten.
Wurst hinzufügen und kurz mitrösten.
Passierte Tomaten und Brühe angießen.
Gewürzgurken klein schneiden und zusammen mit dem Lorbeerblatt hinzufügen.
Etwa 30 Minuten köcheln lassen.
Zum Schluss mit Paprikapulver, Pfeffer und etwas Zitronensaft abschmecken.
Mit einem Klecks Schmand und frischer Petersilie servieren.
Geräucherte Paprika oder etwas Chorizo verleihen der Soljanka zusätzliche Tiefe und Würze.
Die Bulette gehört zwar traditionell zur Berliner Küche, ihre wohl beliebteste Begleitung ist jedoch der Kartoffelsalat.
Ob Familienfeier, Gartenfest, Picknick im Volkspark Friedrichshain oder Ausflug an den Wannsee – kaum ein anderes Gericht wird in Berlin so häufig gemeinsam serviert.
Gerade im Sommer gehört diese Kombination einfach dazu.
Es zeigt perfekt, wie unkompliziert Berliner Küche sein kann.
Wenig Aufwand, gute Zutaten und ehrlicher Geschmack – mehr braucht es oft nicht.
500 g gemischtes Hackfleisch
1 Schrippe
1 Ei
1 große Zwiebel
2 TL Senf
Petersilie
Salz
Pfeffer
1 kg festkochende Kartoffeln
1 kleine Zwiebel
3 Gewürzgurken
200 ml Gemüsebrühe
2 EL Senf
3 EL Sonnenblumenöl
Weißweinessig
Salz
Pfeffer
Schnittlauch
Die Buletten wie bereits im vorherigen Kapitel beschrieben zubereiten und goldbraun braten.
Für den Kartoffelsalat die Kartoffeln kochen, schälen und in Scheiben schneiden.
Brühe mit Senf, Essig und Öl verrühren.
Zwiebeln und Gewürzgurken fein würfeln und unterheben.
Die Marinade über die warmen Kartoffeln geben und mindestens eine Stunde ziehen lassen.
Mit Schnittlauch bestreuen und zusammen mit den Buletten servieren.
Ein Kartoffelsalat mit Radieschen, Apfelstücken oder frischen Kräutern bringt zusätzliche Frische auf den Teller.
Wer heute durch Berlin spaziert, erlebt eine Küche, die ständig in Bewegung ist.
Zwischen traditionellen Eckkneipen, historischen Gasthäusern, modernen Restaurants, Streetfood-Märkten und internationalen Küchen entsteht täglich Neues.
Hier trifft eine klassische Berliner Bulette auf vietnamesisches Streetfood, eine Berliner Weiße auf handgebrautes Craft Beer und ein traditionelles Eisbein auf moderne Fine Dining-Konzepte.
Gerade diese Offenheit macht Berlin zu einer der spannendsten Genussstädte Europas.
Es gibt nicht das eine Berliner Gericht.
Vielmehr lebt die Hauptstadt von ihrer Vielfalt.
Zur Berliner Küche gehören heute selbstverständlich:
Currywurst
Döner Kebab
Bulette
Eisbein
Berliner Kartoffelsuppe
Kasseler mit Sauerkraut
Leber Berliner Art
Berliner Weiße
Schrippen
Berliner Pfannkuchen
Königsberger Klopse
Soljanka
Boulette mit Kartoffelsalat
Jedes dieser Gerichte erzählt ein Stück Berliner Geschichte.
Gemeinsam zeigen sie, wie unterschiedlich die Hauptstadt schmecken kann.
Viele der vorgestellten Gerichte lassen sich mit hochwertigen Zutaten ganz einfach selbst zubereiten.
Ob würzige Currywurst-Sauce, feine Gewürzmischungen, Berliner Spirituosen, regionale Feinkost, traditionelle Süßigkeiten oder handgemachte Spezialitäten – mit den richtigen Produkten kommt echtes Hauptstadtgefühl auch zuhause auf den Teller.
Bei Ick bin Berliner findest Du eine große Auswahl an Berliner Manufakturprodukten, regionalen Spezialitäten und originellen Geschenkideen aus der Hauptstadt. Perfekt zum Nachkochen, Verschenken oder selbst Genießen.
Berlin ist kulinarisch weit mehr als Currywurst und Döner.
Die Hauptstadt verbindet preußische Tradition mit internationalen Einflüssen, einfache Hausmannskost mit kreativer Spitzenküche und jahrhundertealte Rezepte mit modernen Ideen.
Genau diese Mischung macht die Berliner Küche einzigartig.
Ob deftige Klassiker, süße Spezialitäten oder internationales Streetfood – Berlin überrascht immer wieder mit neuen Geschmackserlebnissen und bleibt dabei seinen Wurzeln treu.
So schmeckt Berlin: ehrlich, vielfältig, bodenständig und gleichzeitig weltoffen.
Vielleicht hast Du jetzt Lust bekommen, eines der Rezepte auszuprobieren oder Deinen nächsten kulinarischen Streifzug durch die Hauptstadt zu planen.
Denn eines ist sicher:
Berlin entdeckt man nicht nur mit den Augen – sondern auch mit dem Gaumen.
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